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Löffel

Ident. Nr.: 2014,8

ObjID: obj:1903550

Nachlass Marianne Brockhaus

Details (Expert)

Beteiligte
Zuschreibung unsicher: Harmen Melis (nachgewiesen 1666),
Goldschmied*in
Datierung
1657
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Enkhuizen (Nordholland)
Abmessungen
Länge x Breite: 19 x 5,8 cm
Gewicht: 60,5 g

Objektbeschreibung

So genannter Rattenschwanz-Löffel mit runder Laffe, geflammtem Stiel und einer Küferfigur als Stielabschluss. Um unteren Ende des Stiels zwei auf Maskenkonsolen stehende Relieffiguren mit stark beriebenen Attributen, an der Oberseite Caritas (?) und an der Unterseite Temperantia (?).
Marken: an der Unterseite der Laffe Beschauzeichen Enkhuizen (R3 7611), nicht eindeutig identifiziertes Meisterzeichen Blüte (R3 7612), verschlagener Jahresbuchstabe W (R3 7613), Holländisches Feingehaltszeichen gekroonde Leeuw (R3 7538); an der Unterseite des Stiels Eigentümerzeichen (?).
Gravuren: an der Unterseite der Laffe die Initialen W. P.; Silberprobe.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa