Logo

Christkindwiege

Ident. Nr.: 1928,54

ObjID: obj:1905153

Details (Expert)

Datierung
15. Jahrhundert
Material / Technik
Kupfer, vergoldet
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11,5 x 23,5 x 13,2 cm
Gewicht: 931 g

Objektbeschreibung

Kleine Wiegen, meist aus Holz geschnitzt und farbig gefasst, waren im späten Mittelalter zunächst vor allem in Frauenklöstern mit der vorweihnachtlichen Andacht verbunden. In solche Wiegen wurden Christkindfiguren gelegt, ein bald weit verbreiteter volkstümlicher Brauch.
Die aus der Pfarrkirche von Friedberg in der Wetterau stammende vergoldete Kupferwiege könnte dagegen auch einem anderen Verwendungszweck gedient haben: als "redendes" Reliquiar für eine ebenfalls bis 1822 in der Friedberger Kirche verwahrte Windel des Jesusknaben. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa