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Kopfteil zum Tafelspiel aus dem Pommerschen Kunstschrank

Ident. Nr.: P 78 a-c

ObjID: obj:1905341

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Johann Matthias Kager (um 1575–1634),
Entwerfer*in
Herstellung: Ulrich Baumgartner (vor 1580 - 1652),
Kunsttischler*in
zugeschrieben: Paul Goettich (1586 - 1622),
Graveur*in
Datierung
vor 1614/15
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: Mittelstück 5,5 x 22 x 3,7 cm
Höhe x Breite x Tiefe: Grundbrett 2 x 24,3 x 6,5 cm
Höhe x Breite x Tiefe: Aufsatzteil 9 x 23,8 x 3 cm

Objektbeschreibung

Aufsatzteil. Brettchen mit kurzen Nuten und flacher Zapfen, das Mittelstück in Form eines Kästchens mit 13 kleinen Abteilen, die sich nach vorn in eine Arkadenreihe öffnen. Über den Bögen auf Vorder- und Rückseite in Silber eingelegte Ziffernreihen X - III - IX - IV - II - XI - M - XII - I - VI - VII - V - VIII. Diese „Pergola“ hat einen geschweiften Giebel, dessen Zentrum beidseitig ein graviertes Silberplättchen mit der Darstellung eines Narren ziert.
Zum Narrenspiel mit dem Piquierbrett Inv. Nr. P 77 c.
Zum Tafelspiel mit Piquierbrett Inv. Nr. P 77 c zusammengesteckt und mit dem Mühlebrett Inv. Nr. P 77 b, dazu die Kugeln Inv. Nr. P 78 d-o.
unbezeichnet

Lit.: Julius Lessing / Adolf Brüning: Der Pommersche Kunstschrank im Königlichen Kunstgewerbe-Museum, Berlin 1905, S. 45, Nr. P 78 a,b.
Barbara Mundt: Der Pommersche Kunstschrank des Augsburger Unternehmers Philipp Hainhofer für den gelehrten Herzog Philipp II. von Pommern, München 2009, S. 246f., Nr. P 78.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa