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Ident. Nr.: I. 8851

ObjID: obj:1909992

Details (Expert)

Beteiligte
Eugen Wirth (1925 - 2012),
Sammler*in
Datierung
15. Jahrhundert
Datierung engl.: 15th century
Geografische Bezüge
Iran,
Land
Abmessungen
Höhe: 14,5 cm
Durchmesser: 14,4 cm
Durchmesser: 8,8 cm Rand
Gewicht: 982 g

Objektbeschreibung

Gegossenes Gefäß aus einer Kupferlegierung mit graviertem/ziseliertem und tauschiertem Dekor. Das stark ausbauchende Gefäß sitzt auf einem sehr schmalen Ringfuß und hat einen über einem profilierten Absatz ausschwingenden Hals. Um den Hals läuft eine Inschrift, deren Buchstabenhasten großzügig ansteigen, deren obere Enden als Gesichter gestaltet sind in einer sogenannten redenden Schrift. Die Inschrift wird von einer Aussparung unterbrochen, in die ein Loch gebohrt ist. Den Bauch überzieht ein Flechtband, das vier Reihen von sechzehn nebeneinanderliegenden Blüten bildet. Ihr Volumen nimmt mit der Gefäßwölbung zu und ab. Zum Boden schließt der Dekor mit einer sich überschneidenden Bogenfolge.
Bei der Dekortechnik des Tauschierens werden dünne Metalldrähte, z.B. aus Silber, Kupfer oder auch Gold, in vorgegebenen Mustern in das zu verzierende Objekt eingehämmert.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Frei geblasenes Kelchglas aus grünem Glas mit Applikationen und gezwicktem Dekor. Das halbkugelförmige doppelwandige Kelchglas steht auf einer kleinen, leicht welligen Fußplatte. Darüber folgt ein kurzer Schaft, der dann in die doppelwandige Schale übergeht. Zwischen beiden Teilen befindet sich ein Hohlraum von ca. 0,5 cm.In der unteren Hälfte der Schale sind Fäden aufgelegt, die in regelmäßigen Abständen gezwickt wurden, sodass ein Fries aneinander gereihter Ovale entstand (so genanntes Brillenmuster, "spectacle pattern"). Dabei wurde der obere Faden dünner und der untere viel dicker aufgelegt, wodurch ein zweifarbiger Eindruck erweckt wird (blaugrün und grün). Das Ende des Fadens ist noch einmal ganz dünn in der Mitte der Ovale um etwa die Hälfte des Gefäßes gezogen. Die kleine Standplatte des Fußes ist durch konzentrisch aufgelegte Fäden in derselben Glasfarbe verziert: zwischen zwei dickeren Fäden befinden sich drei sehr dünne.Obwohl der Dekor offenbar besonders bei kelchartigen Gläsern mit Fuß beliebt war, findet sich dieselbe Technik auch auf anderen Gefäßformen wie langhalsigen Flaschen. Er wurde aus der römischen Glastradition übernommen und scheint vor allem in Ägypten im 8. bis 9. Jahrhundert wiederbelebt worden zu sein. Doppelwandige Gefäße wurden in der Antike als Kühlgefäße benutzt. Vermutlich wurde das zur Kugel geblasene Glas durch Ansaugen der Luft der Glaspfeife zu einer doppelwandigen Schale geformt. Das Gefäß hat keine Heftnarbe oder andere technische Bearbeitungsspuren.