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Leuchter

Ident. Nr.: 1890,1082

ObjID: obj:1919063

Details (Expert)

Datierung
2. Hälfte 12. Jahrhundert
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17 x 10,7 x 11,5 cm

Objektbeschreibung

Der Leuchter wird von drei drachenförmigen Füßen getragen über denen sich ein vielgestaltiges vegetabiles Ornament entwickelt. Der annähernd kugelförmige Nodus wird durch fleischige Palmetten mit teils umgebogenen Blattspitzen geschmückt. An die Unterseite der Tropfschale klammern sich drei kleine Drachen. Der Dorn und die Montage des Leuchters sind erneuert.
Der Leuchter zählt zu einer Gruppe stilistisch verwandter qualitätvoller Bronzegusswerke, in deren Mittelpunkt der Leuchter aus Elsenfeld im Bayerischen Nationalmuseum München steht und deren Entstehung in Hildesheim angenommen wird.
Lothar Lambacher

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa