Logo

Armreif mit christlichen Motiven

Ident. Nr.: 4927

ObjID: obj:1928454

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 6. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Messing, versilbert
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 1,5 x 7,3 cm
Gewicht: 11,24 g
Erwerbung
1905 durch Carl Schmidt in Ägypten erworben

Objektbeschreibung

Der ursprünglich geschlossene Armreif ist gebildet aus drei größeren Rundschilden, von denen beidseitig abwechselnd Rauten und kleinere Rundschilde ausgehen. Jedes einzelne Glied ist am Rande punktiert. An der heute gebrochenen Stelle saß vermutlich ein weiteres größeres Rundschild. Die drei erhaltenen zeigen christliche Motive: die Huldigung eines Magiers vor Maria und dem Kind, einen Heiligen vor einem Mausoleum stehend sowie einen Reiterheiligen, der mit seiner Kreuzlanze ein Tier erlegt. In die rautenförmigen Glieder sind Tauben mit Ölblattzweig graviert. Auf die vier kleineren Schilde verteilt sich die Inschrift: AΓΙΟC, ΑΓIΟC, ΑΓΙ[Ο]C, ΚΥΡΙΟC. Das sog. Trisagion ist einer der ältesten, christlichen Hymnen und bezieht sich auf die Dreieinigkeitsaussage in Jesaja 6,3 und Offenbarung 4,8.

Letzte Aktualisierung: 04.11.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Allegorie des Wahnsinns

Allegorie des Wahnsinns

Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.