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Landschaft mit Personen

Ident. Nr.: 2014-29

ObjID: obj:1947399

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Kano Jinnojō 狩野甚之丞 (ca. 1600 - 1640),
Maler*in
Datierung
Momoyama- oder Edo (Tokugawa)-Zeit
frühes 17. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 143,4 x 308 cm
Höhe x Breite: 158 x 328 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Die in der rechten Schirmhälfte konzentrierte Darstellung legt nahe, dass es sich bei dieser Ansicht einer Residenz um den rechten Schirm eines Paares handelt. Der aus einer Haupthalle mit Nebengebäude und überdachten Verbindungsgängen bestehende Komplex ist durch eine dreifache Einfriedung eingefasst und nur durch Tore zugänglich. Hinter der Residenz ist ein Garten mit umwandelbarem Teich angedeutet. Abgesehen von zwei Bediensteten, die den Hof fegen, ist von den Bewohnern des Hauses niemand zu sehen. Oder sollte es sich bei dem älteren Herrn, der gefolgt von einem jüngeren den äußeren Zaun durchschritten hat und sich auf das erste Tor zubewegt um den Hausherrn und nicht um einen Besucher handeln? In jedem Fall unterstreicht die schiere Größe, Weitläufigkeit und Eleganz der Anlage deren hohen Status. Im Bereich vor dem Tor, der am unteren Bildrand von einer Reihe von Dachgiebeln eingefasst und somit als eine Art Straße charakterisiert ist, tanzt eine Gruppe beobachtet von Zuschauern im Kreis während sich eine andere um einen Jongleur schart und Lastenträger unter Kiefern rasten. Die blühenden Bäume zeigen an, dass es sich bei diesen Aktivitäten um Frühlingsfestivitäten handelt. Wegen der motivischen und stilistischen Nähe zu den Bildern auf Schiebetüren im höheren Raum (j. jōdan no ma) der Empfangshalle (j. taimenjo) des 1614 erneuerten Schlosses von Nagoya wird dieser Stellschirm dem Umfeld des Malers Kano Jinnojō zugeordnet. Jinnojō was a son of Kano Sōshū (1551–1601) und zunächst im Umkreis des Kano Mitsunobu tätig.

Letzte Aktualisierung: 09.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.

Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)

Bodhisattva Ksitigarbha (Jizō Bosatsu)

Das rechte Bein untergeschlagen und das linke locker auf einen Lotossockel stützend, sitzt der in jugendlicher Mönchsgestalt auftretende Jizō Bosatsu in lässiger Halblotossitzhaltung und erhabener Frontalansicht auf einem Lotosthron mit doppelt gestuftem Sockel. Die Attribute, das Mönchsgewand, das wunschgewährende Juwel und der für Wandermönche typische Rasselstab, weisen auf die jüngere Ikonographie des Jizō Bosatsu hin, die seit Beginn der Kamakura-Zeit (1185–1333) in Japan beliebt war. Mit dem Aufkommen des Buddhismus des Reinen Landes in Japan im 12. Jahrhundert stieg auch die Popularität des Jizō Bosatsu als eine der wichtigsten buddhistischen Gottheiten. Er galt als der einzige Bosatsu, der nach dem Eingang des historischen Shaka Butsu ins Nirvana und bis zur Erscheinung des zukünftigen Miroku Butsu in der physischen Welt geblieben ist, um den Seelen bei ihrem Durchgang der sechs Existenebenen als Helfer beizustehen. Besonders im japanischen Volksglauben genießt Jizō Bosatsu bis heute große Beliebtheit als Schutzgottheit der KInder, der Schwachen und Hilflosen sowie der Reisenden. Der Blütendekor des doppelgestuften Sockels sowie die Behandlung der Gewandmuster mit feiner Goldmalerei auf grünem und rotem Pigmentgrund haben ihre Vorbilder in der chinesischen Song-zeitlichen buddhistischen Malerei. Der subtile Gesichtsausdruck und die delikate Malerei mit Goldfabe sind charakteristisch für die sakrale Bildkunst der späten Kamakura-Zeit. [SM8HF]