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Vorstadt (1. Zustand)

Ident. Nr.: 70-1906

ObjID: obj:1956787

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1901
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Provenienz
Käthe Kollwitz (1867-1945),
bis 1.2.1906
Abmessungen
Plattenrand: 22,7 x 18,4 cm
Blattmaß: 27,6 x 21,2 cm

Objektbeschreibung

Gedruckt von zwei Aluminiumplatten und einer Kupferplatte mit vertieften Stellen für die Lichter. Im kombinierten Druckverfahren sind nur sehr wenige Abzüge hergestellt worden, Ein Abdruck auf grauem Papier ohne die aufgesetzten Lichter befindet sich ebenfalls im Kupferstichkabinett [#vgl. Ident. Nr. 84-1906]. Die technisch ungewöhnlich versierte Künstlerin war in ihrer Frühphase äußerst experimentierfreudig, wozu der Besitz einer eigenen Presse zweifellos beigetragen hat. Ihre Bemühungen um die Kombination von Flach- und Tiefdrucktechniken stellen innerhalb der Graphikgeschichte eine große Seltenheit dar.

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 79, Kat.-Nr. 83)

Letzte Aktualisierung: 17.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)