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Halbseidengewebe mit Löwenpaaren

Ident. Nr.: 1892,178

ObjID: obj:1957014

Details (Expert)

Datierung
13. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Herstellungsort: Italien,
Land
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 117,5 cm

Objektbeschreibung

Dieses grüngrundige Gewebe wird durch breite Bänder in vier Felder unterteilt. In jedem Feld befindet sich ein Paar steigender, mit dem Rücken zueinander gewandter Löwen, zwischen denen jeweils ein Lebensbaum mit breiter Krone erscheint. Die Größe und die kraftvolle Klarheit der Darstellung machen diese Halbseide zu einem der schönsten Beispiele ihrer Art.
Besonderes Kennzeichen des Gewebes ist seine doppelte Hauptkette aus Leinen neben der seidenen Bindekette. Nur diese bindet mit dem seidenen Schuss, beide bilden die Grundfarbe des Gewebes. Zusätzlich wurde ein Musterschuss eingetragen, in unserem Fall Häutchensilber um eine Leinenseele. Heute ist die Silberauflage auf den schmalen Darmhautstreifen abgerieben, doch ehemals erstrahlten die jetzt beige erscheinenden Muster vollständig in Silber. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa