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Halbseidengewebe mit Löwenpaaren

Ident. Nr.: 1892,178

ObjID: obj:1957014

Details (Expert)

Datierung
13. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Italien,
Land
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 117,5 cm

Objektbeschreibung

Dieses grüngrundige Gewebe wird durch breite Bänder in vier Felder unterteilt. In jedem Feld befindet sich ein Paar steigender, mit dem Rücken zueinander gewandter Löwen, zwischen denen jeweils ein Lebensbaum mit breiter Krone erscheint. Die Größe und die kraftvolle Klarheit der Darstellung machen diese Halbseide zu einem der schönsten Beispiele ihrer Art.
Besonderes Kennzeichen des Gewebes ist seine doppelte Hauptkette aus Leinen neben der seidenen Bindekette. Nur diese bindet mit dem seidenen Schuss, beide bilden die Grundfarbe des Gewebes. Zusätzlich wurde ein Musterschuss eingetragen, in unserem Fall Häutchensilber um eine Leinenseele. Heute ist die Silberauflage auf den schmalen Darmhautstreifen abgerieben, doch ehemals erstrahlten die jetzt beige erscheinenden Muster vollständig in Silber. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR