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Fragment eines Minneteppichs

Ident. Nr.: K 6211

ObjID: obj:1957017

Details (Expert)

Datierung
um 1450
Material / Technik
Wolle, Leinen
Abmessungen
Höhe x Breite: 107 x 151 cm

Objektbeschreibung

Vor dunkelgrünem Granatapfelfond stehen auf einem Wiesenstreifen drei Edelleute, zwei Damen und ein Herr, mit Spruchbändern in den Händen. Zwischen ihnen erscheint ein Greif als Symbol der Untreue. Wie das durchschnittene Schriftband der Dame am rechten Rand zeigt, ist der Bildteppich das Fragment einer ehemals längeren Bildwirkerei mit fortlaufenden Szenen.
Mit den Worten »Schöne Frau begnadet mich mit rechter Liebe« bittet der rot gekleidete Jüngling die ihm gegenüberstehende Dame um ihre Liebe, doch skeptisch weist sie ihn mit ihrer Antwort zurück: »Der Greif bedeutet mir die List, dass rechte Liebe nimmer auf Erden ist«. Liebe und Treue zählten zu den zentralen Themen profaner Bildwirkereien, sie standen in der hochmittelalterliche Tradition ritterlicher Minne (mittelhochdeutsch: ›Liebe‹). ChrW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa