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Hohlform für die Hälfte eines Anhängers

Ident. Nr.: 4931

ObjID: obj:1957889

Details (Expert)

Beteiligte
Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Vermittler*in
Datierung
Datierung: unbestimmte Zeit
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite: 9,5 x 6,5 cm
Höhe: 9,5 cm
Breite: 6,5 cm
Erwerbung
1906 in Kleinasien vermutlich durch die Vermittlung Theodor Wiegands erworben.

Objektbeschreibung

Die Gussform für Metallzierrat weist eine konisch zulaufende Umrissform auf und ist an beiden Enden abgebrochen. Sie gehört zu einem häufigen Typus, der aus Stein gefertigt war und aus zwei Hälften bestand, in denen die Schmuckelemente als Hohlform eingetieft waren. Für den Guss wurden die beiden Teile aufeinandergelegt und fixiert, dann das flüssige Metall durch Gusskanäle eingeführt. Die Schmuckteile konnten nach dem Erkalten entnommen und weiterbearbeitet werden.
Bei dem vorliegenden Exemplar ist die zweite Hälfte verloren. Deutlich sind drei von oben herabführende Gusskanäle zu erkennen. Gegossen werden konnten durchbrochene Ornamente, nämlich drei rechteckige, gegitterte Elemente, deren mittleres unmittelbar mit einem größeren Medaillon verbunden ist. Das Medaillon wird aus zwei konzentrischen Kreisen gebildet. Zwischen den Kreisen sind zwei von ehemals vier Kreuzarmen erhalten. Zwei Vögel flankieren den oberen Arm. Die Darstellung im inneren Kreis ist wegen ihrer starken Fragmentierung nicht mehr zu deuten, doch lassen die Kreuzarme ein christliches Motiv erwarten.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)