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Ampulle

Ident. Nr.: 4992

ObjID: obj:1957897

Details (Expert)

Beteiligte
ungesichert: Wiegand, Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936),
Vermittler*in
Datierung
5./6. Jahrhundert
Material / Technik
Roter Ton
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 7,5 x 5,3 x 1,8 cm
Höhe: 7,5 cm
Breite: 5,3 cm
Tiefe: 1,8 cm
Erwerbung
1903 vermutlich durch Theodor Wiegand erworben.

Objektbeschreibung

Der Reliefschmuck dieser kleinasiatischen Pilgerampulle zeigt auf einer Seite auf schlanken Säulen einen spitzen Giebel. Vor der so gebildeten Architektur steht frontal ein bekleideter Mann mit Vollbart und kurzen Haaren. Mit seinem angewinkelten linken Arm hält er ein offenes Buch vor den Körper. Von seiner nach unten weisenden rechten Hand hängt ein undeutlicher Gegenstand. Er lässt sich durch den Vergleich mit anderen Darstellungen als kelchförmiges Weihrauchgefäß an einer kurzen Kette deuten, so dass es sich bei der Figur wohl um einen Kleriker handelt.
Auf der anderen Seite der Ampulle ist ein Segelschiff mit drei Personen dargestellt. Die mittlere ragt als Halbfigur empor, bekleidet und mit durch Punkte strukturiertem kurzen Haar. Die deutlich kleineren Figuren zu seinen Seiten recken nur die Köpfe über die Bordkante, die Gesichtszüge sind stark vereinfacht wiedergegeben. Ampullen und andere gesegnete Andenken waren beliebt als Schutz vor den Gefahren der Seefahrt. Der Besitzer der Ampulle hoffte wahrscheinlich, dass der verehrte Heilige gewissermaßen mit ihm Boot saß und die Passagiere vor Schiffbruch bewahrte.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)