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Hochzeitstruhe

Ident. Nr.: 1910,21

ObjID: obj:1958063

Details (Expert)

Datierung
um 1500 und 2. Hälfte 19. Jh.
Abmessungen
Breite: 132 cm

Objektbeschreibung

Die als Möbeltyp ungewöhnliche Schranktruhe vereint in sich Truhe und Kabinettschrank. So öffnet sich die rechte Hälfte der Truhenfront überraschenderweise als Tür, hinter der weitere Fächer und Kästchen liegen. Die Innenseite des Truhendeckels trägt inmitten von Renaissanceornamenten (Blüten, Blätter, Vasen, Vögel) die Familienwappen der Vermählten. Der prachtvolle Dekor zeigt neben gotischem Maßwerk den achtstrahligen Stern, der aus der maurischen Kunsttradition stammt.
Bis zur Eroberung des Königreichs Granada durch die katholischen Könige im Jahr 1492 (Reconquista) war die Iberische Halbinsel ein bedeutender Mittler zwischen der christlichen, jüdischen und islamischen Welt. In der Kombination der Dekore und der beiden Möbeltypen ist die Truhe Ausdruck dieser Kultur.
ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR