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Hochzeitstruhe

Ident. Nr.: 1910,21

ObjID: obj:1958063

Details (Expert)

Datierung
um 1500 und 2. Hälfte 19. Jh.
Abmessungen
Breite: 132 cm

Objektbeschreibung

Die als Möbeltyp ungewöhnliche Schranktruhe vereint in sich Truhe und Kabinettschrank. So öffnet sich die rechte Hälfte der Truhenfront überraschenderweise als Tür, hinter der weitere Fächer und Kästchen liegen. Die Innenseite des Truhendeckels trägt inmitten von Renaissanceornamenten (Blüten, Blätter, Vasen, Vögel) die Familienwappen der Vermählten. Der prachtvolle Dekor zeigt neben gotischem Maßwerk den achtstrahligen Stern, der aus der maurischen Kunsttradition stammt.
Bis zur Eroberung des Königreichs Granada durch die katholischen Könige im Jahr 1492 (Reconquista) war die Iberische Halbinsel ein bedeutender Mittler zwischen der christlichen, jüdischen und islamischen Welt. In der Kombination der Dekore und der beiden Möbeltypen ist die Truhe Ausdruck dieser Kultur.
ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa