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Schüssel mit Weinranken und Allianzwappen

Ident. Nr.: W-1962,1

ObjID: obj:1958339

Details (Expert)

Datierung
um 1470
Material / Technik
Majolika, Lüstermalerei
Abmessungen
Durchmesser: 44,6 cm

Objektbeschreibung

Diese große Prunkschüssel ist konzentrisch und flächendeckend, ohne Akzentuierung der Form, mit stilisierten Weinranken bemalt. Im Spiegel (der Vertiefung der Schüssel) erscheint das Allianzwappen zweier französischer Adelsfamilien, der Familien Crèvecœur und Auxy. Womöglich war das Gefäß Teil eines größeren Services anlässlich einer Hochzeit. Unter maurischer Herrschaft kam es im Süden Spaniens seit Mitte des 13. Jahrhunderts zu einer Blüte der Majolika-Produktion, die Gefäße wurden nach ganz Europa exportiert.
Majolika ist eine zinnglasierte Irdenware, der Dekor wird mit Email oder Lüsterfarben auf die Glasur eingebrannt. Charakteristisch für die spanischen Majoliken ist der irisierend schimmernde Lüster, der Edelmetallgefäße imitieren sollte, sowie das Vorherrschen von Ornament und Heraldik. SN

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa