Logo

Doppelflügelige Tür

Ident. Nr.: O-1955,7 a,b

ObjID: obj:1958342

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Giuliano da Maiano (1432 - 17.10.1490),
Werkstatt
Datierung
1465/70
Abmessungen
Höhe: 263 cm

Objektbeschreibung

Diese zweiflügelige Tür ist ein hochrangiges Beispiel der Intarsienkunst, die in der italienischen Renaissance eine Blüte erlebte. Allein mit ihren Mitteln wird auf der vollkommen planen Türoberfläche der Eindruck einer Rahmung mit plastisch vortretenden Profilen und fein reliefierten Füllungen mit zugehörigem Spiel von Licht und Schatten erweckt.
Oben ist die Verkündigung an Maria gezeigt, wobei die Figuren in halbrunden Nischen zu stehen scheinen, unten verweisen Vasen mit Liliensträußen auf dieses Ereignis. Im Ornament der Rahmung wechseln sich Motive aus Diamantringen und Pfauenfedern (wohl die Wahrzeichen der florentinischen Geschlechter der Medici beziehungsweise Pazzi) mit gewundenen Bändern und Rosetten. Die prächtige Tür stammt aus der Badia Fiesolana bei Florenz, einer für die Medici erbauten Klosteranlage in Fiesole.
ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa