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Kopf der Gottesmutter Maria

Ident. Nr.: 6267

ObjID: obj:1958469

Details (Expert)

Beteiligte
Wiegand,
Theodor (30.10.1864 - 19.12.1936)
Datierung
Datierung: 11./12. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Steatit
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 2,1 x 2,15 x 0,3 cm
Gewicht: 2,17 g
Erwerbung
1907 von Theodor Wiegand in Smyrna (heute Izmir, Türkei) erworben.

Objektbeschreibung

Das Relief stellt den Oberkörper einer stehenden, vom Betrachter aus nach rechts gewandten Frau dar. Sie trägt ein über den Kopf gezogenes Schleiertuch, das Maphorion, darunter eine eng anliegende, die Haare zusammenfassende Haube. Die kreuzförmig angeordneten kleinen Vertiefungen über der Stirn und der Nimbus zeigen, dass es sich um Maria, die Mutter Jesu, handelt. Nase und Stirn sind bestoßen, vor allem der Bildhintergrund weist tiefe Kratzer auf. Die rechte untere Ecke ist abgebrochen.
Es sind zwei Darstellungen verbreitet, in denen sich Maria isoliert zur Seite wendet, die Kreuzigung Christi und die Deesis. Bei der Kreuzigung führt Maria jedoch für gewöhnlich wenigstens einen Arm in einem Gestus der Trauer an das Gesicht. So haben wir es wahrscheinlich mit einer Figur aus einer Deesis zu tun. Das Wort Deesis heißt Bitte, Fürbitte und bezeichnet eine Darstellung, in der Maria und Johannes der Täufer sich Christus zuwenden und um Vergebung der Sünden der Menschen bitten. Es ist möglich, dass Christus und Johannes der Täufer auf gesonderten kleinen Tafeln dargestellt waren, die drei Tafeln durch einen Rahmen zusammengehalten wurden. Vielleicht handelte es sich aber auch ursprünglich um ein Relief mit der ganzen Figurengruppe, aus dem der Oberkörper Mariens nachträglich ausgeschnitten wurde.
Theodor Wiegand erwarb dieses und ein zweites Steatitrelief (Inv. 6266) zusammen mit einem Bronzeanhänger in Smyrna. Mit der Fundortangabe Ephesos sandte er die drei Objekte im November 1907 nach Berlin. Wahrscheinlich nannte ihm der Verkäufer die nahegelegene antike Ruinenstätte als Herkunftsort.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM