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Stecker mit Zierschnürung

Ident. Nr.: 2003,KR 994

ObjID: obj:1964080

Details (Expert)

Beteiligte
Martin Kamer (1943–2024),
Vorbesitzer*in
Datierung
Datierung: um 1720
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: England
Abmessungen
Höhe: 37 cm

Objektbeschreibung

Stecker zierten die V-förmigen Ausschnitte der vorn offenen Damenkleider. Sie waren, wie dieser schmale, spitz zulaufende Stecker mit spatelförmigem Ende und angeschnittenen Laschen, kostbar ausgestattet. Er zeigt vor silberfarbenem Grund eine aufsteigende Blütenranke mit unterschiedlichen Blüten und Blättern in buntem Seidengarn. Die Stickerei wird von einem applizierten Tressenbändchen gerahmt, das die rein dekorative Schnürung über der Stickerei fasst. Auf der Rückseite ist der Stecker mit zartgrünem Seidentaft bezogen. In das doppelt gelegte Leinenfutter sind dicht an dicht Fischbeinstäbe eingezogen, sie bilden den brettharten Unterbau für die auf Seide ausgeführte Stickerei. An den seitlich am Leinenfutter angebrachten kleinen Laschen wurde der Stecker verdeckt unter dem Kleidausschnitt festgesteckt. ChrW

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa