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Kasel mit goldenen Akanthusranken

Ident. Nr.: W-1963,6

ObjID: obj:1965070

Details (Expert)

Datierung
um 1580
Abmessungen
Länge: 136 cm

Objektbeschreibung

König Philip II. von Spanien (reg. 1556–1598) gab den Auftrag für diese prächtige Kasel, ein Messgewand, das als Teil eines Priesterornates in den Werkstätten des Escorial gestickt wurde. Akanthusranken, die Spitzovale bilden, überziehen den roten Samt. Den Hauptschmuck der Kasel bilden die breiten, in Lasurtechnik gearbeiteten Stäbe auf Vorder- und Rückseite. Sie zeigen Darstellungen aus dem Leben Christi: Verkündigung an Maria und Beschneidung auf der Vorderseite, Flucht nach Ägypten, Darstellung im Tempel und Taufe Christi auf der Rückseite.
Die vollendet ausgeführte Technik der Lasurstickerei – vergoldete Fäden überstickt mit farbiger Seide – ermöglichte eine besonders malerische Umsetzung von Vorlagen aus dem Kreis um Miguel Barroso (1538–1590), der seit 1589 als Hofmaler am Escorial tätig war. CW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa