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Bedrucktes Biedermeierkleid

Ident. Nr.: 2003,KR 222

ObjID: obj:1969418

Details (Expert)

Datierung
um 1830
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: England
Abmessungen
Länge: VL/RL 129 cm

Objektbeschreibung

Das fußlange Kleid ist einteilig gearbeitet. Sein anliegendes Oberteil hat eine leicht erhöhte Taille, der flach-ovale Ausschnitt wird im Rücken mit einem Tunnelbändchen geschlossen. Der Streifendekor ist V-förmig verarbeitet, ein dreifacher Biesenbesatz verstärkt die horizontale Wirkung. Am geraden Taillenband setzt der weite, in feine, regelmäßige Fältchen gelegte Rock an. Die übergroßen Keulenärmel - die um 1830 ihre größte Ausdehnung erreichten - laufen ab den Ellbogen schmal zusammen und schließen am Unterarm mit Haken und Ösen. Sie sind an der Schulter in dichte Fältchen geriehen. Das Oberteil hat ein eingearbeitetes Mieder. Es schließt im Rücken mit vier verdeckten Knöpfchen und einem Schnürbändchen in der Ausschnittkante. Das Streifenmuster zeigt im Wechsel ein kleines Blütenmuster mit gezackten Konturen und einer ornamental gemusterten Bordüre.ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa