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Braune Schute mit Haarteilen

Ident. Nr.: 1885,227 a,b

ObjID: obj:1969425

Details (Expert)

Datierung
um 1830
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Stettin
Abmessungen
Höhe: Haubenhut 39 cm
Breite: Haubenhut 48 cm
Tiefe: Haubenhut 30 cm
Länge: Haarteil 19 cm

Objektbeschreibung

Der große Haubenhut hat einen fünffach gerüschten, breiten Schirm und ein weiches, ballonartig gerafftes Haubenteil mit Nackenrüsche, "bavolet". Ein Band aus dem Oberstoff, zu einem Schleifenknoten gebunden, bedeckt die Ansatznaht. Die breiten Bindebänder wurden unter dem Kinn zusammengebunden und hielten den ausladenden Schirm in Form. Unter der Haube wurden Echthaarlocken getragen, die mit einem Samtband verbunden sind. Dies entsprach der um 1830 beliebten Haartracht der "Korkenzieherlocken". Locken und Haube wurden 1885 gemeinsam an das Museum geschenkt. ChrW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa