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Intarsierte Lederschuhe

Ident. Nr.: 2003,KR 1198 a,b

ObjID: obj:1969784

Details (Expert)

Beteiligte
Martin Kamer (1943–2024),
Vorbesitzer*in
Datierung
Datierung: um 1860
Abweichende Datierung: 1815–1845
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: 25,5 cm
Höhe: 5 cm

Objektbeschreibung

Damenslipper mit intarsierten Motiven, sogenannte Chameleons, waren um 1860 besonders beliebt. Beispiele sind in mehreren europäischen Modesammlungen erhalten. Dieser absatzlose Schuh mit gerader Spitze und gezacktem Ristausschnitt hat auf dem Vorderblatt ein mit grüner Seide unterlegtes Motiv, das von einer weißen Kettstichkante gefasst wird. Passend dazu sind die Ausschnittkanten des Schuhs mit einem grünen Seidenbändchen eingefasst, und der gezackte Ristabschluss ist mit einer grünen, dicht gefältelten Seidenrüsche besetzt. Der Schuh ist vollständig mit dunkelgrüner Seide gefüttert, die Laufsohle aus braunem Leder zeigt rechts den handschriftlichen Hinweis "droit". Auf der linken Laufsohle befindet sich ein Papieretikett, auf dem das Wort "Tuiller" zu erkennen ist: ein Hinweis, dass der Schuh in einem der angesagten Schuhgeschäfte aus der unmittelbaren Umgebung der Tuillerien in Paris verkauft wurde und wahrscheinlich in dessen Auftrag in Frankreich hergestellt worden ist. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR