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Lila Promenadenkleid

Ident. Nr.: 2006,4 a,b

ObjID: obj:1970979

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Emma Richter (um 1900),
Designer*in
Datierung
um 1900
Abmessungen
Länge: VL./RL. 59 cm
Länge: Rock: VL. 104 cm; RL. 132 cm cm

Objektbeschreibung

Das elegante Promenadenkleid besticht durch die warme Farbgebung des feinen Wolltuchs und dem Ton in Ton applizierten Dekor aus schimmerndem Seidentaft. Es ist ein vom Jugendstil inspiriertes Muster sich windender Akanthusranken. Die taillenkurze Jacke zeigt die modische Linie der vorgeschobenen Brustpartie bei gleichzeitig nach hinten gedrücktem Gesäß und schließt mit zwei Knöpfen. Sie hat einen tiefen Ausschnitt und breite, aufsteigende Revers mit Umlegekragen. Der Reverspiegel ist vollständig mit Seide belegt und mit lilafarbenen Blättern aus Chenillegarn bestickt. Die Kanten von Kragen und Revers sind mit gezogenem lila Seidensamt eingefasst. Der glatt über die Hüfte fallende Mehrbahnenrock läuft in einer Schleppe aus, sein Saum zeigt eine hohe Akanthusbordüre. ChrW

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa