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Tournurenkleid in drei Blautönen

Ident. Nr.: 2003,KR 313 a-d

ObjID: obj:1972335

Details (Expert)

Datierung
um 1875
Abmessungen
Länge: Rock 103 cm
Länge: Überrock 128 cm
Länge: Oberteil 42 cm
Länge: Gürtelband cm

Objektbeschreibung

Das kapriziöse Abendkleid besteht aus einem eng anliegenden, stahlblauen Mieder, einem dunkelblauen Rock mit einem hellblauen Überrock und einem wieder stahlblauen Gürtel. Das kurze Mieder mit dem tiefen eckigen Ausschnitt hat kleine Schöße und halblange Ärmel, die in einem gerüschten Volant mit dekorativer Zackenkante enden. Über dem schlichten dunkelblauen Rock türmt sich ein hellblauer Überrock, dessen Kanten das Zackenmotif der Ärmelvolants aufnehmen. Der aus zweierlei Blautönen gefertigte Überrock zeigt eine hochmodische Gesäßbetonung. Hierfür wurde ein breites Satinband in großzügigen losen Schlaufen auf dem Überrock arrangiert. Alle Kanten des Überrocks, die Ausschnitt- und Ärmelkanten des Mieder sowie der Gürtel sind mit einer cremefarbenen Posamentenkante verziert.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR