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Reliquienbüchse aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Ident. Nr.: 1888,653

ObjID: obj:2005965

Details (Expert)

Datierung
letztes Drittel 15. Jahrhundert
Material / Technik
Lindenholz, bemalt
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 8,8 x 11,5 cm

Objektbeschreibung

In ihrer einfachen, schlichten Form bildet die kreisrunde, aus Lindenholz gedrechselte Deckelbüchse ein schönes Zeugnis spätmittelalterlicher Handwerkskunst. Sie ist auf hellem Grund in kräftigen Farben bunt bemalt, der untere Teil der Dose mit Blättern und Blüten, der Rand des Deckels mit schrägen Streifen, auf dem Deckel ein Wappenschild, darin drei Querstreifen.
Derartige einfache Holzdosen, auch solche ohne Bemalung, zumeist aus dem 14. und 15. Jahrhundert, findet man wiederholt in den Kirchenschätzen Norddeutschlands; jene aus dem Dionysius-Schatz dürfte wohl schon in das spätere 15. Jahrhundert gehören. Sie dienten ursprünglich möglicherweise als Behältnis für die Hostie, kamen aber verschiedentlich, wie wohl diese, auch aus profanem Gebrauch, und wurden später für die Verwahrung von Reliquien verwendet, wie es von anderen, gleichartigen Holzdosen bekannt ist. DK

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR