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Kleiner Reliquienschrein mit Darstellung der Darbringung im Tempel

Ident. Nr.: 1917,99

ObjID: obj:2006047

Details (Expert)

Datierung
um 1195/1200
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Limoges
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17,3 x 15,5 x 8,5 cm

Objektbeschreibung

Das Reliquienkästchen mit Satteldach zeigt an seiner Vorderseite die Darbringung Christi im Tempel (Lk 2,21). Nach jüdischem Brauch wurde der erstgeborene Sohn in Erinnerung an die Pessach-Nacht als Eigentum Gottes angesehen und diesem im Tempel dargebracht. Er musste durch ein Geldopfer ausgelöst werden.
Maria, durch eine Krone als Himmelskönigin charakterisiert, tritt von rechts an einen in der Mitte der Darstellung stehenden Altar heran, über den sie den Jesusknaben hält. Der auf der linken Seite stehende Simeon, der in Jesus den verheißenen Messias erkennt, nimmt ihn entgegen. Zu Seiten der Szene erscheinen zwei nicht identifizierbare Heilige, die beiden Schmalseiten sind mit je einer, das Dach der Rückseite mit vier Heiligenfiguren besetzt. Die Rückwand fehlt, an dieser Stelle war früher eine hier sekundär verwendete rheinländische Grubenschmelzplatte mit der Darstellung einer Kreuzigung angebracht (Inv. Nr. 1917,100), die seit 1945 verschollen ist.
Wie bei Limosiner Arbeiten häufig, bestehen die Köpfe der Figuren an den beiden Langseiten aus reliefplastischen Applikationen, während die Gewandformen in das Kupferblech graviert sind. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa