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Ziborium

Ident. Nr.: 1916,23

ObjID: obj:2006109

Details (Expert)

Datierung
um 1500
Material / Technik
Kupfer, vergoldet
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 29 x 10 cm

Objektbeschreibung

Ziborien dienten der Aufbewahrung der konsekrierten Hostie. Dieses aus Süddeutschland stammende Exemplar folgt einem im späten Mittelalter weit verbreiteten Typus, der aus einem durch einen Knauf gegliederten Schaft auf rundem Fuß und einem sechsseitigen Hostienbehälter mit Klappdeckel und bekrönendem Kruzifixus besteht.
Auf den Seitenflächen des Behältnisses befinden sich von sicherer Hand gravierte Heiligendarstellungen. An der Frontseite erscheint eine stehende Madonna mit Kind, links flankiert durch Anna selbdritt, rechts durch den hl. Nikolaus. An der rückwärtigen Scharnierseite befindet sich die Darstellung des hl. Mauritius, links daneben Johannes Ev., rechts der hl. Petrus. Dieses Figurenprogramm war zweifellos auf die Patrozinien am ursprünglichen Verwendungsort des Ziboriums abgestimmt. Figurenstil, Maßwerktypus und einige zeittypische Details der Gewandung erlauben eine Datierung in die Zeit um oder kurz nach 1500.
Lothar Lambacher

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa