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Reisealtärchen der Grafen von Görz

Ident. Nr.: F 2403 a

ObjID: obj:2006123

Details (Expert)

Beteiligte
Werkstatt: Baldassare degli Embriachi (unbekannt),
Schnitzer*in
Datierung
Anfang 15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Venedig
Abmessungen
Höhe x Breite: 32,9 x 24,7 cm (Breite im geschlossenen Zustand: 18,6 cm)

Objektbeschreibung

Das Reisealtärchen zeigt unterhalb einer architektonisch gebildeter Baldachinzone auf Sockeln stehend im Mittelfeld Maria mit dem Kind, flankiert von zwei weiblichen Heiligen. Auf den Seitenflügeln erscheinen links der Apostel Philippus und rechts Christophorus mit dem Jesusknaben.
Das Werk ist durch ein Wappen am original zugehörigen Lederfutteral (Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum, Inv. Nr. F 2403 b) dem Adelsgeschlecht der Grafen von Görz(-Tirol) zuzuordnen. LL

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Der Sündenfall

Der Sündenfall

Die wie lavierend nur flüchtig angedeutete Flusslandschaft bildet die Folie für die scharf konturierte Figurengruppe mit dem Früchte beladenen Baum im Zentrum. An seinem Stamm windet sich die Schlange empor. Sie fixiert lauernd-verschlagen Eva, die Adam den Apfel reicht und ihn zum Übertreten des Verbots auffordert.Die Darstellung folgt einem Holzschnitt Hans Sebald Behams aus den „Biblischen Historien“, die 1533, ein Jahr nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt, von dem dort ansässigen Verleger Christian Egenolf gedruckt wurde. Die Zeichnung ist in flüssigen Linien, die Modellierung weich und malerisch in zarten, gelegentlich durch Schraffuren akzentuierten Halbtönen angelegt, die, gestupft oder breit mit dem Pinsel aufgetragen, die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien nachahmen. Die Souveränität des Glasmalers zeigt sich nicht zuletzt daran, dass er anders als der Holzschnitt mit dem beredten Austausch der Blicke und Gesten auch die Dramatik des Handlungsmoments zum Ausdruck bringt. Adams Scham verbirgt er zudem unter einem Feigenblatt.Die kongeniale Umsetzung der Vorlage ist am ehesten Augustin Hirsvogel (1503–1553) zuzutrauen, dem jüngsten Sohn des 1525 verstorbenen Nürnberger Stadtglasers Veit Hirsvogel d. Ä. Für diese Annahme sprechen beispielsweise die spezifische Gestaltung etwa der Laubkronen mit einzeln abstehenden trockenen Ästen oder des knorrigen Baumstamms mit Astlöchern und rissiger Rinde, die genauso auf den Zeichnungen und Stichen Augustins begegnen. Die kleine Rundscheibe müsste er noch in seiner Nürnberger Zeit kurz nach Erscheinen der Holzschnitte ausgeführt haben. CVMA 98781