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Fiero Monstruo! (Grimmiges Monster!) (Desastres de la Guerra 81)

Ident. Nr.: 195-1914

ObjID: obj:2007677

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Francisco José de Goya y Lucientes (1746 - 1828),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: um 1814-1815
Abmessungen
Blattmaß: 25,3 x 30,0 cm
Plattenrand: 17,5 x 21,6 cm

Objektbeschreibung

Detailreich und mit knappen Strichen ist das kurze Fell dieses hundeartigen Tiers scheinbar wirklichkeitsnah wiedergegeben. Auch der rundliche Körper mit den wie im Schlaf angezogenen Pfoten gleicht dem eines harmlosen Haustiers. Der Schrecken liegt im schlitzartigen Auge und dem großen Maul, mit dem das Wesen kleine nackte Menschen auffrisst. Oder quellen dem ermatteten Untier hier die im Überfluss verschluckten Menschenleben wieder aus dem Rachen? Dieses Blatt entstand in Zusammenhang mit Goyas berühmter druckgraphischer Serie über die Schrecken des Krieges („Los Desastres de la Guerra“). Es erscheint wie ein Resümee der dort aufgezeigten Grausamkeiten. Der Krieg wird als ein grimmiger Hund gezeigt, gegen dessen übermächtige Größe das einzelne Menschenleben chancen- und bedeutungslos wird. Auf drastische Weise wird hier deutlich: Durch Krieg kommen Menschheit und Menschlichkeit auf den Hund. Dieses Blatt wurde Anfang Juni 1914 für die Sammlung des Kupferstichkabinetts erworben – nur wenige Wochen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, dessen Schrecken auch Kollegen des Museums am eigenen Leib erfahren mussten, darunter der Goya-Experte Valerian von Loga, der im Felde Verletzte pflegte.

Text: Dagmar Korbacher in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 104.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)