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Tobias mit dem Engel

Ident. Nr.: 12-1894

ObjID: obj:2008086

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Hendrick Goudt (um 1585-1648),
Stecher*in
Adam Elsheimer (1578-1610),
Inventor*in
Datierung
Herstellung: 1608
Provenienz
Kunst-Antiquariat Franz Meyer,
360229
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Blattmaß: 14,0 x 19,5 cm
Plattenrand: 13,5 x 19 cm

Objektbeschreibung

Der kleine Hund am linken Bildrand scheint zu zögern, ob und wie er das Wasser überwinden kann, um auf den nächsten Stein zu springen. Das Hündchen, Symbol der Treue und der Wachsamkeit, gehört dem kleinen Tobias. Im Alten Testament wird von der Geschichte eines frommen Israeliten namens Tobit berichtet, der von Gott schwer geprüft wird. Er schickt seinen Sohn Tobias auf eine lange Wanderschaft, um Schulden einzutreiben. Dieser erhält nicht nur den Hund als Reisegefährten, sondern auch den Erzengel Raphael, dessen Identität zunächst verborgen bleibt. Am Ufer des Flusses Tigris wird Tobias von einem großen Fisch angegriffen und erschrickt. Auf Geheiß des Engels packt er das Tier und entnimmt ihm die Eingeweide, mit denen er später das Augenlicht seines blinden Vaters heilen wird. Der Kupferstich Hendrick Goudts nach Adam Elsheimer (Gemälde in Frankfurt) zeigt Tobias als kleinen Jungen, dem man eine weite Reise kaum zutrauen mag. Unter dem Arm trägt er den getöteten Fisch. Der Engel, der ihn am Arm hält, geleitet ihn sicher über die im Wasser liegenden Steine. Wir wissen aus der Bibelerzählung, dass der treue Hund ihnen bis ans glückliche Ende der Reise nachfolgen wird.

Text: Holm Bevers in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 38.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)