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Kindertunika mit Kapuze

Ident. Nr.: 9662

ObjID: obj:2014980

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 6.-8. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe: 97 cm
Breite: 77 cm

Objektbeschreibung

Die Tunika, deren linker Ärmel beim Original fehlt, besteht aus hellem Leinen. Die untere Kante und die Kapuze sind mit einer dicken Schnur eingefasst, die Seiten mit einer feineren. Den horizontalen, an den Seiten in clavi umbrechenden Zierstreifen im Brustbereich begrenzt oben an der Halsöffnung ein Randstreifen mit feinem Rautenmuster. Außen wird er durch den sog. „laufenden Hund“ eingefasst, in der Mittelbahn sind rote Kreise mit schwarzer Kontur aneinandergereiht. Sie enthalten Ovale, die wiederum einen springenden weißen Hasen umschließen. Palmetten liegen in den Zwischenräumen. Der Doppelstreifen auf dem erhaltenen Ärmel ist entsprechend verziert. Vom Horizontalstreifen hängen an schmalen Stegen mit Flechtband- und Palmettenfüllung Kreise herab, denen eine Büste eingeschrieben ist. Die runden Einsätze auf der Kapuze sind mit einer großen Rosette gefüllt, um die weitere kleinere Rosetten angeordnet sind.
Die Tunika wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)