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Doppeladler über Beutetieren

Ident. Nr.: 1899,103

ObjID: obj:2015829

Details (Expert)

Datierung
12. Jahrhundert
Abmessungen
Höhe x Breite: 22 x 33 cm
Andere Maße: Rapportbreite: 15 cm

Objektbeschreibung

Auf dunkelblauem Grund halten große, frontale Doppeladler mit ihren Krallen kleine, nach außen gewendete Löwen, die noch kleinere Böcke ergriffen haben. Die Körper der Adler sind von Perlreihen eingefasst, über ihre Flügel verläuft ein Kufi-Inschriftband. Zwischen den Adlern steht ein dünner Stamm, der in einer spitzovalen Blüte endet, daneben Rankenspiralen mit Blättern. Die Seide stammt von der Kasel aus einem Bischofsgrab in Périgueux. Weitere Stücke dieses Gewebes sind erhalten in Lyon, Musée Historique des Tissus (Inv. Nr. 25.´080), in New York, Cooper Hewitt Museum (Inv. Nr. 1902-1-1244) und in Paris, Musée de Cluny (Inv. 21,645). Ähnlich im Muster, aber auf rotem Grund in Dunkelgrün, Gelb mit weißen Konturen und stärker verfestigend stilisiert, eine weitere spanische Seide in Lyon von einer Kasel in Thuir (Pyrenäen). LvW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa