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Gärtnerin als Frühling

Ident. Nr.: 1907,128

ObjID: obj:2021287

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Friedrich Elias Meyer (geb. 1723/24, gest. 02.10.1785),
Modelleur*in
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763)
Datierung
1765 (Modell), um 1780 (Ausformung)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 21,5 cm
Andere Maße: Sockel 8 x 8 x 8,7 cm
Gewicht: 635 g

Objektbeschreibung

Der Modelleur Friedrich Elias Meyer (um 1723–1785), ein Schüler Johann Joachim Kändlers (1706–1775) in Meißen, kam 1761 an die Berliner Porzellanmanufaktur von Johann Ernst Gotzkowsky (1710–1775), die 1763 von Friedrich II. (reg. 1740–1786) übernommen und als Königliche Porzellanmanufaktur weitergeführt wurde. Für Friedrich entwarf Meyer kunstvolle Tafelservice, oft in bewusster Korrespondenz zu den Innenräumen der königlichen Schlösser.
Die Allegorie des Frühlings war für den Tafelaufsatz (›Plat de Ménage‹) des sogenannten 1. Potsdamschen Tafelservices entworfen worden, das 1765 für das Neue Palais in Potsdam bestellt wurde. Versinnbildlicht wird die Jahreszeit durch die Figur einer Gärtnerin mit Korb und Blumenstrauß in der Hand. Die grazile Drehung des Körpers harmoniert mit der zarten Farbigkeit und der luftig getupften Blumenmalerei. LG

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR