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Triumph der Wahrheit. Entwurf für ein Mosaik der Düsseldorfer Kunsthalle

Ident. Nr.: A III 878

ObjID: obj:2024019

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Roeber (1851 - 1924),
Maler*in
Datierung
1879/1880
Provenienz
preußisches Kultusministerium (Auftraggeber für das Mosaik),
spätestens 1880 - 1887
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 97 x 141,5 cm
Erwerbung
1887 vom preußischen Kultusministerium an die Nationalgalerie überwiesen

Objektbeschreibung

Als Ausgleich für die im Zusammenhang mit den napoleonischen Kriegen 1805 nach München überführte Sammlung der kurfürstlichen Gemäldegalerie gewährte Kaiser Wilhelm I. im Jahr 1870 der Stadt Düsseldorf, damals Hauptstadt der zu Preußen gehörigen Rheinprovinz, eine Summe von 150.000 Talern zum Bau einer Kunsthalle. Errichtet am Friedrichsplatz, dem heutigen Grabbeplatz, wurde dieser Bau 1882 vollendet. Dem Maler Fritz Roeber fiel die Aufgabe zu, für das Lünettenfeld in der Bogennische über dem Haupteingang ein allegorisches Mosaikbild zu entwerfen, das, finanziert aus dem preußischen Staatsfonds für Kunstzwecke, 1889 vollendet war. Dargestellt ist die Verherrlichung der Wahrheit durch die Künste: Von links tritt zur Allegorie der Wahrheit (mittig mit Spiegel) die blumenumkränzte Personifikation der Schönen Künste, das rot-weiße Wappen der Künstler unter dem Arm und gefolgt von drei Genien mit den Attributen für Architektur, Bildhauerei und Malerei. Rechts vertreibt der Erzengel Michael mit Flammenschwert Lüge und falschen Schein aus dem Himmel der Künste.
Das Gebäude der Kunsthalle, das für die Sammlung der wachsenden Gemäldegalerie und die vielen Wechselausstellungen bald zu klein war, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1967 abgerissen. Die unbeschadeten Teile des Mosaiks waren Ende der 1950er Jahre abgenommen worden und befinden sich heute im Museum Kunstpalast in Düsseldorf. Der farbige Entwurfskarton Roebers war bereits 1887 vom Kultusministerium an die Nationalgalerie überwiesen worden; der Entwurf in Öl wurde 1890 der Stadt Elberfeld überlassen. Roeber hat dort die Komposition als Hauptmotiv für seinen Entwurf eines prächtigen Theatervorhangs noch einmal verwandt (Abb. in Die Kunst für Alle, 16. Jg., 1901, H. 9, S. 206). | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Rebekka und Elieser am Brunnen

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Das im Jahre 1900 auf der Ausstellung der Berliner Secession gezeigte Bild der Tochter Monica (1893–1961) war unerwartet erfolgreich und bewog etliche Familien zu dem Wunsch, ihre Kinder ebenfalls von dieser Künstlerin malen zu lassen. Sabine Lepsius, die so anspruchs- und hoffnungsvoll ihre künstlerische Arbeit begonnen hatte (vgl. das Selbstbildnis von 1885, Nationalgalerie, NG 1/56), sah sich dadurch auf ein typisch weibliches Motivfeld zurückgeworfen. Sie benötigte jedoch die Einkünfte, um ihren anspruchsvollen Hausstand mit etlichen Kindern, Hauslehrern, aber auch vielen Gästen finanzieren zu können. Was hatte das Bild so erfolgreich werden lassen? Das etwa siebenjährige Mädchen sitzt betont ungezwungen auf einer Decke auf dem Boden, ohne Schuhe und Strümpfe, die Haare offen. Die gute Herkunft aber beweisen die Rokokokommode im Hintergrund, das feine Empirekleid, die Perlenkette am Fußgelenk, der goldene Armreif, die gezierte Haltung. Der modernen Lebensreform zugeneigte, wohlhabende Familien fühlten sich von diesem gemäßigt unkonventionellen Bilde, das auch pädagogische Reformideen widerspiegelte, angenehm überrascht. Auch mit einem zweiten Bild ihrer eigenen Kinder, der Tochter Sabine (1899–1982), Krokusse pflückend (1906, Verbleib unbekannt), war Sabine Lepsius besonders erfolgreich. Ludwig Justi, der mit dem Künstlerpaar Lepsius befreundet war, hatte nach eigener Aussage 1914 geschwankt, ob er »dieses oder das Monica-Bild für die Galerie erwerben sollte« (Justi an Sabine Lepsius, Brief vom 13.7.1942, Deutsches Literaturarchiv Marbach, zit. nach: A. Dorgerloh, Das Künstlerehepaar Lepsius, Berlin 2003, S. 202, Anm. 346). – Monica Lepsius heiratete später den Innenarchitekten John Berenberg und war lebenslang selbst als Malerin tätig. | Angelika Wesenberg