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Ident. Nr.: Kt I. 278.1

ObjID: obj:2025214

Details (Expert)

Datierung
601 - 900
Datierung engl.: 7th - 9th century
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Irak,
Land
Fundort: Ktesiphon,
Ort
Abmessungen
Länge: 9,7 cm
Breite: 8,1 cm
Wandungsstärke: ca. 0,9 cm

Objektbeschreibung

Wandscherbe eines großen bauchigen Gefäßes aus gelber Irdenware. Außen wird der Gefäßkörper von einem weißen Anguss und einer dunklen, türkisgrünen Glasur bedeckt. In den Vertiefungen der engen Drehrillen der Innenseite ist die Glasur mit dunkler Färbung zusammengeflossen. Ein großer Fleck scheint aus der Orientierung des Gefäßes im Brennofen zu resultieren. Der kleine Bildausschnitt der vom Zentrum der Gefäßwand stammenden Scherbe zeigt ein komplexes, schwer zu entschlüsselndes Dekor. Von Zahnfriesen oben und unten gerahmt steht links einer breiten vertikalen Leiste mit einer eingestempelten Reihe dreier Punkte ein stark abstrahiertes, nach rechts gewandtes Tier mit erhobenen Kopf. Die beiden Vorderbeine berühren eine dünne Horizontlinie. Dasselbe Motiv scheint heraldisch gespiegelt rechts der Leiste wiederholt worden zu sein. Da der Rahmen des Bildfeldes fehlt, sind keine genaueren Angaben möglich. Verwandte Fragmente mit besser rekonstruierbarer Gefäßform ermöglichen aber eine Vorstellung vom Aussehen des Objektes (vgl. Kt.I 43.2, 5 und KtW 19). Die Scherbe fand sich bei den Ausgrabungen im östlichen Stadtgebiet Ktesiphons, vermutlich in der islamischen Siedlung Salman Pak.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.