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Tafelaufsatz, sogenannte Beuth-Schinkel-Schale

Ident. Nr.: O-1975,50

ObjID: obj:2025217

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841),
Entwerfer*in
Datierung
Ausführung: vor 1845
Entwurf: 1822
Geografische Bezüge
Material / Technik
Silber
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 24 x 43 cm

Objektbeschreibung

Dieser Tafelaufsatz war ein Geschenk des Gewerbe-Vereins an Christian Peter Beuth (1781–1853), den bis 1845 amtierenden Gründungsdirektor des mit der Ausbildung von Fachkräften für die produzierende Wirtschaft befassten Berliner Gewerbe-Instituts. Seine Gestalt geht auf einen bereits 1822 entstandenen zeichnerischen Entwurf von Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) zurück.
Die Darstellung des Innenbildes der Schale (Abb. Detail S. 72) wiederholt ein nur fragmentarisch überliefertes antikes Reliefmedaillon, dessen fehlender rechter Teil im Sinne einer modernen Allegorie auf die Gewerbeförderung ergänzt wurde: Athena, die Göttin der Weisheit und Handwerkskunst, zeichnet mit der Lanze ein Zahnrad in den Sand. In den am rechten Bildrand erscheinenden Figuren werden Schinkel, der Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777–1857) und – kniend – Beuth vermutet, begleitet von einer Personifikation der Industria. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Fußschale mit eingeschmolzenen Glaskröseln

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Flache Schale aus Glas, das zwischen zwei farblosen Schichten eine Schicht opakblauer, opakroter und milchblauer Glaskrösel einschließt, der angeschmolzene Hohlfuß aus farblosem Glas, dessen Fußrand ist breit nach unten umgeschlagen, kräftiger Abriss, die Schalenfahne ist abgeflacht und der Mündungsrand verwärmt. Lediglich am Rand sind noch vereinzelt Reste einer ehemals vorhandenen Vergoldung erkennbar. Die Fußschale ist ein seltenes Beispiel der frühen Luxusglasproduktion in Brandenburg. Das Grüne Gewölbe in Dresden verwahrt einen Pokal aus der gleichen Glasmasse mit einer eingeschmolzenen Schicht aus farbigen Kröseln (Inv. Nr. IV 206; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 7, 8; Taf. 1.1+3). Er ist mit der Jahreszahl 1602 versehen und ermöglicht so eine präzise Datierung auch der Schale. Robert Schmidt erwähnt in seinem Standardwerk "Brandenburgische Gläser" von 1914: "Solche marmorierte Schalen haben sich nun in mehreren Exemplaren erhalten, und zwar ein unbemaltes im Berliner Kunstgewerbemuseum, und zwei bemalte, ebenda (Tafel 1 Mitte) und im Fürstlich Hohenzollernschen Museum zu Sigmaringen." Letztere gelangte später in die Sammlung des Museums für Kunsthandwerk in Frankfurt a. M. (Ohm, Europäisches und außereuropäisches Glas, 1989, Kat. 342, S. 152). Ein weiteres Pendant soll sich – so Schmidt – in der Sammlung Minutoli befunden haben und aus der Berliner Schlosskellerei stammen (ebenda, S. 8). Tatsächlich ist diese identisch mit der hier beschriebenen Schale. Das Kunstgewerbemuseum bekam sie 1873 überwiesen, nachdem sie das Königliche Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten 1869 erworben hatte. Schmidt bildete die bemalte Berliner Schale ab (Inv.-Nr. 1893,65; Kriegsverlust; ebenda 1914, S. 7, 8; Taf. 1.2). Im Zentrum trug sie das brandenburgische Wappen mit preußischem Herzschild "in Gold und kalten Lackfarben", so der Begleittext. Gut erkennbar auf der Schwarz-Weiß-Abbildung ist der Randfries aus "Ovalfeldern mit goldenen Blüten auf abwechselnd rotem und grünem Grund". Da die hier beschriebene Schale eine abweichende Anordnung der Krösel aufweist, muss sie die von Schmidt als "unbemaltes" Exemplar bezeichnete sein. Da die zarten Spuren der Vergoldung am Schalenrand lediglich bei genauem Hinsehen erkennbar sind, hat er sie übersehen. Bereits der Inventareintrag der Minutoli-Schale erwähnt keine Veredelung – deren Verlust datiert demnach bereits vor 1869. Das Verfahren der eingeschmolzenen Krösel, das zu der attraktiven Marmorierung führt, wurde von Muraneser Glashütten entwickelt. Ebenfalls die Schalenform ist mit und ohne Kaltbemalung und Vergoldung seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts für venezianische Gläser dokumentiert (Theuerkauff-Liederwald, Venezianisches Glas, 1994, Kat. 42–45, 52, 62). Verantwortlich für diese raffinierten Techniken in Grimnitz waren Glasmacher aus dem böhmischen Kreibitz unter der Leitung von Martin Friedrich (Mock, Glashütten Grimnitz, 2021; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 1–8). Ein Verzeichnis der Glashütte vom 5. Juni 1602 listet unter zahlreichen anderen exklusiven Waren "27 gemarmoliertte schalenn" (Schmidt, S. 5). [Manuela Krüger/Verena Wasmuth]MAKR

Achtkantige Deckelvase mit Vogel- und Blütendekor in gerahmten Reserven (Vasenpaar)

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Es handelt sich um ein Vasenpaar (vgl. Inv. Nr. Hz 1072 a,b). "Achtseitige Balusterform mit abgesetzter Schulter, über der Fußplatte spindelförmig eng eingezogen. Der geschwungene Deckel mit profiliertem Knauf. Auf dem gesamten Körper, ausgespart aus blauem Grund, dichtes Blüten- und Blattwerk getrennt durch gliedernde horizontale Behänge. Auf den Seiten, in langgezogenen Reserven, ostasiatische Sumpflandschaft mit Blüten, Schilf und Vögeln. Der Lochfelsen hat sich zu einer Blattpalmette mit korbgeflechtähnlicher Füllung gewandelt. Auf der Schulter acht, auf dem Deckel vier kleine Vierpaßreserven mit Mittelblüte. Auf dem Fuß eine Borte aus Doppelspirale und geripptem breiten Blatt." (Christiane Keisch, in: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 104)Wie die Autorin weiter ausführt, wiederholt der Dekor Motiv und Schema der Tischplatte (KGM Inv. Nr. 1913,37), das geradezu als künstlerisches Firmenschild der späten Funcke-Produktion um 1725 gelten kann. Charakteristika sind die Reservenmalerei mit verschiedenen Vogelmotiven. Dass der von chinesisch-delfter Vorbildern abgeleitete Lochfelsen hier zu einem Korbmotiv mutiert, lässt die freiere Malerei der Funcke-Werkstatt (im Vergleich etwa zur Wolbeer'schen) erkennen.Keine Marke.Lit.: Keisch, Christiane, Netzer, Susanne, 'Herrliche Künste und Manufacturen'. Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720 (Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum SMB 6.5.-5.8.2001), Berlin 2001, Kat.nr. 104ClKa

Interimspokal aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußzarge, Christusfigur und Drache, Deckelbekrönung und Wappenschild gegossen. Ränder und vollplastische Köpfe der Kuppa gesondert gearbeitet. Beschlagornament des Deckels und Fußunterseite unvergoldet. Marken auf dem Stützzylinder unter dem Fuß. – Kopf der Deckelfigur verloren.Vierpassiges, horizontal gegliedertes und dicht reliefiertes Gefäß. Prall gewölbter Fuß mit getrepptem Rand, eingeschnürt von einer Zahnschnittzarge. Weinranken auf gepunztem Grund, oben mit Teufelsfigürchen, unten eingefaßt von Beschlagwerk. Als Schaft Gestalt des segnenden Christus auf krötenähnlichem Drachen mit geringeltem Schwanz und Köpfen von Papst, Teufel (als gefallener, geflügelter Engel) und Türke. Auf dem Haupt Dornenkrone und kapitellartiger Laubkranz, als Abschluß flacher Blattkranz. Kuppa stark eingeschnürt, aufgelegt ein Kranz mit gerolltem Akanthus und Rosetten, unten zwischen Fruchtdekor je zwei vollplastische Frauen- bzw. Kriegerköpfe in Kartuschen, oben vier ovale, sich herauswölbende und von Beschlagwerk mit Fruchtgirlanden und grotesken Masken gerahmte Darstellungen. Diese werden durch Inschriften auf dem vierpassigen, konischen Mündungsrand erläutert: 1. Christi Taufe im Jordan: HIC EST FILIVS MEVS DlLECTVS IN QUO MIHI BENE COMPLACITVM EST: MATE 3 (Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Mt 3,17). 2. Die Verklärung Christi: HIC EST FILIVS MEVS DILECT(VS) IN QUO MIHI BENE COMPLACVI IPSVM AVDITE: MAT. 17 (Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Mt 17,5). 3. Predigt des Apostels Paulus: ETIA(M) Sl NOS AVT ANGEL(VS) E COELO PREDICAVERIT VOBIS EVANGELIVM PRETER ID QUOD P(RAE)DICAVIM(VS). GALA I (Auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel das Evangelium predigte, anders denn wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Gal 1,8). 4. Die Versuchung Christi durch den Teufel: ABI SATANA SCRIPTVM EST ENIM DOM(INVM) DEVM TVVM ADORABIS ET ILLVM SOLV(M) COLES. MAT 4 (Hebe dich hinweg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm dienen. Mt 4,10).Entsprechend der Kuppa befinden sich vier gewölbte Reliefmedaillons auch auf dem Deckel. Darin kniend je zwei betende Figuren: Papst und Kardinal, Kaiser und König, Ritter und Fürst (?), Priester und Mönch, die sich auf die bekrönende Deckelfigur, die babylonische Hure auf dem siebenköpfigen Ungeheuer, beziehen. Sockelaufbau aus profiliertem Ring, grob bearbeitetem Wulst mit Laub- und Beschlagwerkdekor nebst vier Köpfen und garnrollenförmigem Gebilde. Auf der Rückseite der Figur nachträglich angebrachter reliefierter Wappenschild der Stifter Heinrich Witzendorff und Elisabeth Töbing. Im Deckelinneren emailliertes Wappen der Besteller Franz Witzendorff und Ursula Garlop sowie geritzte Jahreszahl (15)74. Den Anlaß erklärt eine auf dem Fußrand gravierte Inschrift: INTERIM ORTVM AVGVSTAE VINDELICORVM SVB CAROLO QUINTO IMPERATORE MAXIMO ANNO SALVTIS MDCXLVIII EX TINCTVM VERO AVSPICIIS MAVRITII ELE(C)TORIS ET CONFOEDERATORV(M) AN(N)O 1552 (Das Interim hat in Augsburg unter Kaiser Karl V. im Jahre des Heils 1548 begonnen, wurde aber durch den Kurfürsten Moritz und die Verbündeten ausgelöscht im Jahre 1552). Im Inneren der Kuppa eine Reihe übereinander angebrachter Knöpfe als Marken für die Trinker.