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Henkelvase

Ident. Nr.: 1879,481

ObjID: obj:2025221

Details (Expert)

Beteiligte
William Frend De Morgan (1839 - 1917),
Keramiker*in
Datierung
vor 1879
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: London
Abmessungen
Höhe: 50 cm

Objektbeschreibung

Der auch als Autor bekannte William Frend De Morgan (1839–1917) war ein Vertreter der englischen ›Arts-and-Crafts‹-Bewegung. Durch deren Protagonisten William Morris (1834–1896) entdeckte er die Keramik. De Morgan gründete mehrere eigene Manufakturen, die letzte existierte bis 1907. Um 1873 gelang ihm die schwierige Herstellung gelüsterter Fayence, aus der auch diese Henkelvase hergestellt ist. Zunächst wurden die Arabesken und die weiße Zinnglasur gebrannt, anschließend in einem zweiten Brand die auf den Schauseiten sichtbaren Motive Schlange und Pfau in leuchtendem Kupferrot aufgebracht. Die Unterseite des Vasenkörpers zeigt Fische in Wellen, an Fuß und Hals findet sich stilisiertes Pflanzenornament. Dieser mit Schablonen aufgetragene ›persische Dekor‹ war von islamischen Fayencen inspiriert. LG

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa