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Schale, Fragment

Ident. Nr.: 11140

ObjID: obj:2033530

Details (Expert)

Beteiligte
Wladimir Schatiloff,
Vorbesitzer*in
Datierung
Datierung: 10./erste Hälfte 11. Jahrhundert
Material / Technik
Keramik
Abmessungen
Länge: max. 16,2 cm
Durchmesser: Boden 13,4 cm
Höhe: erhalten 4,1 cm
Wandungsstärke: max. 0,7 cm
Erwerbung
Zwischen Februar und April 1938 aus dem Nachlass von Wladimir Schatiloff erworben.

Objektbeschreibung

Erhalten ist der Boden einer Schale mit Standring und einem Teil der Wandung.
Eine flüchtige, nur noch teilweise erkennbare Dekoration ist flächig in das Gefäßinnere gestempelt. Im Spiegel umrahmt ein Zahnschnittkreis wohl einen entenartigen Vogel, der aus geschwungenen Streifen gebildet wurde. Die Komposition wird durch vier kleine Zahnschnittkreise und Doppelbogen eingefasst. In einem der Kreise erscheint der Kopf eines Raubvogels, die Füllung der anderen kann nicht bestimmt werden.
Ein ähnliches Gefäß stammt aus Istanbul.
Ausführliche Lit.: Beate Böhlendorf-Arslan, Spätantike, byzantinische und postbyzantinische Keramik, mit einem Beitrag zur Geschichte der Sammlung von Gabriele Mietke, (Spätantike - frühes Christentum - Byzanz, Kunst im Ersten Jahrtausend, Reihe A: Grundlagen und Monumente, Band 3), Wiesbaden 2013, S. 69, Kat. 100.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)