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Buen viage. (Caprichos 64)

Ident. Nr.: 22-1896

ObjID: obj:2033751

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Francisco José de Goya y Lucientes (1746 - 1828),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: um 1799
Material / Technik
Radierung, Aquatinta
Abmessungen
Blattmaß: 31,6 x 21,5 cm
Plattenrand: 21,3 x 15 cm

Objektbeschreibung

Der Kommentar „Gute Reise“, mit dem dieses Blatt betitelt ist, scheint die düstere Szene zu konterkarieren. Wohin mag eine solche Reise führen? Die Reisegefährten jedenfalls verheißen nichts Gutes. Mit aufgerissenen Mündern und Augen sind hier wohl Personifikationen der menschlichen Laster dargestellt. Aneinander festgeklammert fliegen diese unheimlichen Gesellen über eine in tiefes Dunkel getauchte Landschaft. Unter ihnen ist eine Küstenlinie zu erahnen. Ihr irreales Treiben erscheint dadurch erschreckend real. Die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit verwischen in den subtilen Tonabstufungen aus radierten Linien und flächiger Aquatinta ebenso wie jeglicher Kontrast zwischen Gut und Böse, zwischen Schwarz und Weiß. In diesen Schatten und Schleiern von Düsternis gehen die Laster unbehelligt ihrem nächtlichen Treiben nach, die „Gute Reise“ wird zum Höllenritt. Bleibt zu hoffen, dass es eine Reise ohne Wiederkehr sein wird, ein Abschied für immer. Dieses Blatt gehört zur druckgraphischen Serie der Caprichos, die auf insgesamt 80 Blättern in beunruhigenden Diskrepanzen und vieldeutigen Anspielungen sinnbildhaft menschliche Schwäche und Irrationalität thematisiert.

Text: Dagmar Korbacher, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 116

The title of this sheet, Good Trip, seems to run counter to the dark scene depicted. Where might the journey lead? The travel companions promise nothing good. With their mouths and eyes wide open, they are personifications of human vices. Holding tightly onto one another, these frightening fellows fly across a landscape immersed in a deep darkness. Beneath them, a coastline can be made out, making their fantastic trip seem horrifically real. The lines separating fantasy and reality blur in the subtle shades of etched lines and the broader surface effects of aquatint, as does the contrast between good and evil, black and white. In the shadows and haze of darkness, the vices pursue their nightly debauchery, and the “good trip” becomes a ride to hell. We can only hope that this trip will be without a return, a final farewell. This sheet belongs to the print series Caprichos, where Goya explored human weakness and irrationality with disturbing discrepancies and ambiguous allusions in a total of 80 prints.

Text: Dagmar Korbacher, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 116

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)