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Ohne Titel (aus der Serie "The Cartographic Series III")

Ident. Nr.: GGB 4-2004, 23

ObjID: obj:2033895

Graphische Gesellschaft zu Berlin

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Olafur Eliasson (1967),
Entwerfer*in
Ausführung: Borch Edition, Kopenhagen (1979),
Drucker*in
Datierung
Herstellung: 2004
Material / Technik
Heliogravüre, Ex. 1/16
Abmessungen
Blattmaß: 47,5 x 47,5 cm

Objektbeschreibung

Wie in den Land- und Weltkarten des 15. Jahrhunderts zeigt uns Eliasson in der Cartographic Series No. 3 den Blick auf die Welt von oben. Die Serie basiert auf Luftaufnahmen von Island, die ursprünglich von der National Land Survey of Iceland beauftragt worden waren. Aus den fotografischen Vorlagen stellte Eliasson quadratische Photogravüren her, die zu einem Teil leicht eingefärbt sind. Vorherrschend ist, noch betont durch die Serialität, das Vexierspiel zwischen mikroskopischer Ornamentik und der makroskopischen Struktur der großartigen Landschaft.
Mit der Aneignung fotografischer Bilder gehen Fragen nach Authentizität, Originalität, und letztlich einer immer noch oder heute wieder virulenten Genieästhetik einher. Aber es wird auch eine Möglichkeit der Welterschließung erprobt. Viele von Eliassons seriellen Arbeiten entstehen im Rahmen regelrechter Expeditionen. Der Künstler versteht „das Reisen gern als Mittel, mit dem sich der Raum vermessen lässt“, „zu reisen bedeutet also, dem Raum Tiefe zu geben“. Räumlichkeit wird nicht nur mit, sondern auch im Verhältnis zum eigenen Körper wahrnehmbar. Es bedarf des Körpers zur Wahrnehmung von nah und fern, von Abständen und der Weite einer Landschaft.

Text: Ina Dinter, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 18

As in maps of the fifteenth century, in Cartographic Series No. 3 Eliasson shows a view of the world from above. The series is based on aerial photographs of Iceland originally commissioned by the National Land Survey of Iceland. Using these photographs, Eliasson created square photogravures, in parts colored. Perception alternates—even more so through the serial aspect—between microscopical abstract ornament and the macroscopic structure of the grand landscape. The appropriation of photographic images is accompanied by questions of authenticity, originality, and ultimately the still virulent Genieästhetik in contemporary art. It is also a way of exploring the world. Many of Eliasson’s serial works derive from real-life expeditions. The artist considers “a journey as being a way of measuring space,” “to journey thus means to apply depth to a space.” Space becomes perceptible not just with, but also in relationship to one’s own body. The body is needed to perceive near and far, distance and the expanse of a landscape.

Text: Ina Dinter, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 18

Letzte Aktualisierung: 30.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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