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Neun Teile aus dem Service "Schönheit der Arbeit", Modell 700, Dekor Roter Rand (Hauptdatenblatt)

Ident. Nr.: 2015,2 a-m

ObjID: obj:2036326

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Heinrich Löffelhardt (24.12.1901–22.05.1979),
Designer*in
Ausführung: Porzellanmanufaktur Philipp Rosenthal & Co. AG (gegründet 1897),
Hersteller*in
Datierung
Ausführung: 1937 - 1945
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Selb
Abmessungen
Allgemein: Maßangaben bei den Einzelteilen.

Objektbeschreibung

Heinrich Löffelhardt entwarf das Service 1937 im Auftrag des "Amtes für Schönheit der Arbeit" als Kantinengeschirr, ausgeführt wurde es von Porzellanmanufaktur Philipp Rosenthal & Co. AG, Geschirrabteilung Werk Bahnhof-Selb, v.a. für den Reichsarbeitsdienst. Löffelhardt war seit 1934 mehrfach als Entwerfer von Gebrauchsgeschirren im Auftrag des "Amtes für Schönheit der Arbeit" tätig, u.a. für Gebrüder Bauscher Weiden in Bayern und die Keramischen Werke Bohemia in Neurohlau. Das Amt war der "Deutschen Arbeitsfront" der NSDAP angegliedert und dafür zuständig, die Arbeitsstätten im Deutschen Reich in ästhetisch-hygienischer Hinsicht "zu pflegen". Dazu gehörte auch ein schlichtes, gebrauchsfähiges Geschirrdesign.
In der Unternehmensgeschichte Rosenthals spiegelt sich die perfide nationalsozialistische Wirtschafts- und Kulturpolitik wider. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wurde die Familie Rosenthal aus dem Konzern gedrängt. Allein aus Gründen der Geschäftsstrategie behielt man in der NS-Zeit den jüdischen Firmennamen bei.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa