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Bildnis des Augsburger Rechtsgelehrten und Humanisten Konrad Peutinger (1465-1547)

Ident. Nr.: 5362

ObjID: obj:2039309

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Schwarz (um 1492)
Datierung
Datierung: 1527
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Durchmesser: 8,7 cm
Tiefe: 0,9 cm
Gewicht: 252,2 g

Objektbeschreibung

Die erhabene Umschrift: CHVONRADI . PEUTINGER . IVRIS CONSVLTI . AETAT . LII

Es handelt sich hier um das Hauptwerk der frühen deutschen Renaissancemedaillenkunst. Es zeigt das eindrucksvolle Profil des 52 -Jährigen Humanisten, dessen bartloses Gesicht durch die große, breitflügelige Nase und das streng geschnittene, glatt herabhängende Haar bestimmt wird. Die füllige, leicht heruntergezogene Unterlippe mit der ausgeprägten Nasolabialfalte verleiht dem Gesicht ein Zug von gelassener, fast überheblicher Sicherheit, wozu auch das ruhig und konzentriert geradeaus blickende Auge beiträgt. Bemerkenswert bleibt jedoch der Verzicht auf jegliche Attribute. Weder trägt er die für seinen Stand übliche Kopfbedeckung, noch Kleidung oder Schmuck. Die nackte – all´antica – wiedergegebene Büste, weist geschickt auf Peutingers Leidenschaft für antike-römische Münzen hin. Es ist daher zu vermuten, dass die Darstellung auf eine Anregung des Dargestellten zurückgeht, wofür zumindest seine Vita spricht.

Konrad Peutinger studierte in Padua und Bologna Jurisprudenz, bereiste jedoch auch Florenz und Rom, wo er mit zahlreichen Humanisten in Kontakt kam – wie u. a. Pico della Mirandola (1463-1494), Angelo Poliziano (1454-1494) oder Pomponius Laetus 1428-1498), der ihn für die Beschäftigung mit antiken Inschriften begeistern konnte. Nach Augsburg zurückgekehrt, war Konrad Peutinger zunächst Sekretär, 1497 erfolgte seine Berufung als Stadtschreiber. Sein Einfluss in dieser Stellung war enorm, nicht nur in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen, sondern vor allem auch als Berater und Gutachter der beiden großen Augsburger Handelshäusern – der Fugger und in besonderem Maße bei den Welsern, an deren Geschäften er sogar größere Summen eigenen Kapitals investierte. Sein finanzielles Engagement erklärt sich vor allem durch seine Heirat (27. Dezember 1499) mit der vermögenden wie hochgebildeten, erst achtzehnjährigen Margarete Welser (1481-1552), die Tochter Anton Welsers I. (1491-1518) und ältere Schwester Bartholomäus Welsers V. Darüber hinaus gehörte Peutinger zu den engsten Vertrauten Kaiser Maximilians I., der in allen politischen, aber auch künstlerischen und wissenschaftlichen Belangen seinem Rat folgte. Somit war auch sein Einfluss an den meisten Werken zu dessen Ruhm – wie u. a. der „Theuerdank“ oder sein Grabmal in Innsbruck prägend. Bezeichnend für das enge Verhältnis zum Habsburgerkaiser gehört auch seine 1504 begonnene, jedoch unvollendet gebliebene humanistisch-historische Arbeit: „Vitae Imperatorum, Augustorum…“, die dem Leben seines Souveräns gewidmet werden sollte.

Letzte Aktualisierung: 06.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)