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Samowar

Ident. Nr.: W-1967,12

ObjID: obj:2039789

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jean Charles Cahier (1772 - 1849),
Goldschmied*in
Datierung
um 1820
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Paris
Abmessungen
Höhe: 53 cm
Gewicht: 5310 g

Objektbeschreibung

Samowar in Gestalt einer zweihenkligen antiken Urne auf quadratischer, von Klauenfüßen getragener Platte mit Spiritusbehälter. Den Deckel bekrönt ein Schwan. Den Schulterfries zieren zwei figürliche Reliefs, eine Geburtstagsszene und die "Aldobrandinische Hochzeit'. Das über dem Ausgußhahn befindliche - kyrillische - Monogramm MP unter der Zarenkrone weist auf den Großfürsten Michael Pawlowitsch hin, Sohn des Zaren Paul I. und Bruder der Zaren Alexander I. und Nikolaus I., der sich im Dezember 1823 mit der Prinzession Charlotte von Württemberg vermählte. Das Relief mit der Aldobrandinischen Hochzeit scheint auf dieses Ereignis anzuspielen. FD

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa