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Sechsseitiges Behältnis mit figürlichen Reliefs

Ident. Nr.: 1943,12 a,b

ObjID: obj:2041263

Details (Expert)

Beteiligte
Werkstatt: Baldassare degli Embriachi (unbekannt)
Datierung
1. Hälfte 15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz, Bein
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 24,5 x 23 cm

Objektbeschreibung

Am Unterteil des elegant gestalteten sechsseitigen Kästchens erscheint zwischen tordierten Ecksäulen ein das gesamte Behältnis umlaufender Reigen von vornehm gekleideten Damen. Eine einzelne der jeweils paarweise auf einem Werkstück angeordneten weiblichen Figuren hält eine Laute. Der landschaftlich gestaltete Hintergrund zeigt in roten und braunen Farbtönen aufgemalte vegetabile Motive.
Am Deckel erscheinen vor naturalistisch reliefiertem Blattwerk geflügelte Engelsfiguren. Einige halten Spruchbänder ohne Inschriften, an der Vorderseite des Deckels präsentiert ein kniendes Engelpaar einen leeren Wappenschild. Die vorgesehene Individualisierung des Kästchens für einen bestimmten Empfänger ist also nicht erfolgt.
Die nicht mit Reliefplatten aus Tierknochen belegten Teile des Kästchens, vornehmlich die Kanten und Profile, besitzen einen intarsierten geometrischen Dekor aus Beinplatten und teils grün gefärbten Hölzern.
Lothar Lambacher

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR