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Messkelch

Ident. Nr.: O-1969,29

ObjID: obj:2046038

Details (Expert)

Datierung
Anfang 15. Jahrhundert
Material / Technik
Zinn, gegossen, graviert
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 16,5 x 13,6 cm

Objektbeschreibung

Der kleine Zinnkelch mit geschweiftem Stand, linsenförmigem Nodus und schlichter Kuppa ist als Grabbeigabe eines Bischofs in der Nähe von Nancy zu Tage gekommen. Weit häufiger als in Deutschland finden sich in Frankreich aus unedlen Materialien gearbeitete Kelche, Patenen und Krummstäbe in Gräbern von Geistlichen. Sie haben nicht bei liturgischen Handlungen gedient, sondern wurden allein zu dem Zweck geschaffen, den verstorbenen Würdenträgern als Symbole ihres Amtes mit ins Grab gegeben zu werden. LL

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa