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Skizzenblatt mit figürlichen Skizzen: Schlafendes Paar, sitzende Frau (zu Grillparzers "Weh dem, der lügt")

Ident. Nr.: SZ Schwind 93

ObjID: obj:2048978

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Moritz von Schwind (1804 - 1871),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1870
Provenienz
Moritz von Schwind,
8. Februar 1871
Nachlass/Vermächtnis: Anna Siebert, geb. von Schwindt, Frankfurt am Main,
8. Februar 1871 bis 21. September 1891
Nachlass/Vermächtnis: Johann Jakob Siebert, Frankfurt am Main,
21. September 1891 bis 1. März 1902
Nachlass/Vermächtnis: Johanna Demmer, geb. Siebert, Frankfurt am Main,
1. März 1902 bis 19. Januar 1935
Nachlass/Vermächtnis: Theodor Demmer, Frankfurt am Main,
29. Januar 1935 bis 19. Juni 1937
Auktion: C.G. Boerner,
19. Juni 1937 (Auktion 195)
Kauf: Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
19. Juni 1937 bis 1992
Überweisung: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin,
seit 1992
Material / Technik
Feder
Abmessungen
Blattmaß: 20,2 x 30,3 cm
Erwerbung
Im Juni 1937 ersteigert bei C. G. Boerner, Leipzig (Auktion 195, 19.6.1937).

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)