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Ident. Nr.: III C 44072

ObjID: obj:209777

Details (Expert)

Datierung
17. Jh.-19. Jh.
Datierung engl.: 17th –19th century
Geografische Bezüge
Kongo,
Land/Region
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51 x 18 x 13 cm
Gewicht: 2,4 kg

Objektbeschreibung

Missionare brachten christliche Devotionalien und Heiligenfiguren in das Königreich Kongo, das nach der Begegnung mit den Portugiesen Ende des 15. Jahrhunderts das Christentum als offizielle Religion angenommen hatte. Die heiligen Objekte wurden bald auch von lokalen Künstlern hergestellt. Die Gestalt des im 17. Jahrhundert populär gewordenen heiligen Antonius von Padua (1195–1231), stand im 18. Jahrhundert im Zentrum einer auf dem lokalen Christentum gründenden Bewegung zur religiösen und politischen Erneuerung des durch den Sklavenhandel zerrütteten Reichs. Deren adlige Gründerin Kimpa Vita (als Dona Beatriz getauft) wurde als Häretikerin verbrannt. Sie hatte erklärt, von Antonius besessen zu sein. Die Gestalt des Heiligen blieb jedoch unter der Bezeichnung Toni Malau, „Antonius des guten Glückes“, bis ins 19. Jahrhundert hinein in den lokalen Kulten verankert. Ihr wurden besonders heilende Kräfte zugeschrieben. Die Figur des Antonius ist trotz des Schultertuchs, das auch von lokalen Würdenträgern getragen wurde, deutlich in Physiognomie und Kleidung als Europäer zu erkennen. Die Geschlossenheit der Form kann auf europäische Vorbilder zurückgehen, aber auch auf die Symmetrie und Frontalität der Plastik des Kongo-Gebietes hinweisen. Der Christus-Knabe ist im Sinne der Vorstellungen von Kimpa Vita als Afrikaner dargestellt. Sein Gesicht zeigt afrikanische Züge, der Fliegenwedel zeichnet ihn als Herrscher aus, die linke Hand berührt die rechte Schulter, ein Ort, an dem Medizinbündel getragen werden. Die Darstellung wirkt auf den ersten Blick europäisch, ist aber im Detail eine Verbindung von europäischer und afrikanischer Gestaltung und Ikonographie. / P.I., P.J.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.