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Ident. Nr.: III C 429

ObjID: obj:211842

Details (Expert)

Beteiligte
Adolf Bastian (26.6.1826 - 3.2.1905),
Sammler*in
Datierung
19. Jh.
Datierung engl.: 19th century
Geografische Bezüge
Loango,
Region
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 70 x 7 x 13 cm (inkl. Krümmung)
Gewicht: 2,6 kg
Höhe x Durchmesser: 70 x 7 cm
Erwerbung
Zugang ungeklärt (Expedition) von Bastian, Adolf 1875

Objektbeschreibung

Das Königreich Loango nördlich der Kongo-Mündung gehörte seit dem 17. Jahrhundert zu den wichtigsten Zentren des Atlantischen Handelssystems. Die durch den langen Austausch zwischen Europäern und Afrikanern entstandene kosmopolitische Gesellschaft und Kultur findet einen Ausdruck in den Elfenbeinschnitzereien, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Verkauf an Europäer produziert wurden. Dieser beschnitzte Elefantenstoßzahn – die häufigste Art des Souvenirs – zeigt eine Abfolge genrehafter Szenen, die in spiralförmig um die Längsachse gewundenen Reihen arrangiert sind. Der kompositorische Gebrauch dieses Spiralmotivs ist von den europäisch inspirierten Oliphanten aus dem christlichen Königreich Kongo abgeleitet. Zwar spiegeln die narrativen Profildarstellungen den europäischen Geschmack wider, stellen aber zugleich auch eine Auseinandersetzung mit der damaligen Situation und der wachsenden europäischen Übermacht dar. Abgebildet wird neben Szenen aus der Tierwelt – wahrscheinlich Illustrationen von Sprichwörtern – der Alltag dieser Handelsgesellschaft: Notabeln, Träger, Gefangene u.a. Europäische Güter und Bekleidung kommen häufig vor, während an der Spitze des Zahnes der mächtige Europäer vor seinem Tisch eine informelle, nach lokalem Verständnis sozial unästhetische Körperhaltung einnimmt. / P.I.

Im Hauptkatalog des Museums wurde bei Eingang dieses Objekts folgendes vermerkt: "Beschnitzter Elephantenzahn".
[SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.