Logo

Ident. Nr.: III E 1444

ObjID: obj:213120

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Reichard (2.12.1854 - 1938),
Sammler*in
Datierung
19. Jahrhundert
Datierung engl.: 19th century
Geografische Bezüge
heutige Zuordnung: Demokratische Republik Kongo,
Land
Urua,
Region
Material / Technik
Holz (beschnitzt); Haut mit Fell
Abmessungen
Allgemein: 7,00 x 20,00 x 11,50 cm (Lagermaß)
Gewicht: 0,1 kg

Objektbeschreibung

An dem gemessenen, idealisierten Ausdruck und der ausgewogenen Komposition der beeindruckenden kleinen Tabwa-Kopfplastik zeigt sich der Einfluss der Kunst der Luba auf ihre Nachbarn. Charakteristisch für die Tabwa sind die feinen Skarifizierungslinien auf dem Nasenrücken und den Wangen und die kleingliedrige, detaillierte Wiedergabe der Frisur. Am Scheitel ist ein Loch für Medizin angebracht. Vermutlich verzierte der Kopf ursprünglich einen Herrscherstab und wurde, nachdem er abgebrochen war, weiter als „Amulett“ (wie die Funktionsangabe des Sammlers lautet) verwendet. Die stark patinierte Oberfläche, die durch wiederholtes Einreiben mit Palmöl entsteht, weist auf einen langen rituellen Gebrauch und die Wertschätzung des Stückes hin. Möglicherweise stellt es einen Häuptling dar. / P.I.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.